
Vielleicht ist bukolisch das richtige Wort für den tollen Gesamtirrsinn Mariahilff. Die Besetzung allein ist schon verwegen, nur Saitenistrumente und dazu eben Rudolphs Trompete und seine Stimme. Die Band spielt eine wilde Mischung aus Stilen, Genres, Zitaten. Mal glaubt man sizilianisches Volkslied herauszuhören, mal etwas undefinierbar Osteuropäisches, dann schon wieder Tango, aber da sind auch Verweise auf Brecht und Weill, da ist ein ganz merkwürdiger Schmiss in diesen Liedern, etwas fast Verschunkeltes, sonderbar Heimeliges, Sehnsüchtiges, Altmodisches.
Musik, die gleichzeitig im Kaffeehaus und in der Hafenkneipe denkbar wäre. Auch wegen Rudolphs großartig sonderbaren Texten über Vampire, Engel und Matrosen. Er ist manchmal eben auch irre lustig.
(DIE ZEIT)